Sialia 57 Deep Silence
Sialia Yachts · Elektrisch · ultra luxury
Ab € 4.000.000
Mit der 57 Deep Silence stellte Sialia 2022 ihren ersten rein elektrischen Performance-Cruiser vor – jenes Modell, das den Ruf der Werft überhaupt erst begründete. Zwei Antriebseinheiten mit je 400 kW Leistung treiben das Boot der CE-Kategorie B mit 19 Tonnen Verdrängung auf eine Reisegeschwindigkeit von 18 Knoten. Die Stromversorgung an Land erfolgt wahlweise über 22 kW Wechselstrom oder per DC-Schnellladung mit bis zu 150 kW. Konstruktiv setzt die Werft auf ein paralleles Antriebskonzept: Ein Dieselaggregat übernimmt an Bord die Rolle des Generators und der Rückfallebene, verlängert nach Werftangabe die Reichweite auf 250 Seemeilen je elektrischer Ladung und füllt die Batterie in etwa einer Stunde von 20 auf 80 Prozent auf. Das Prinzip ähnelt dem Range-Extender-Ansatz, den man von Silent Yachts kennt, weshalb die 57 Deep Silence trotz des Dieselaggregats weiterhin als elektrisch geprägtes Boot und nicht als Hybrid gilt. Sie entstand, bevor Sialia die jüngere 59er-Baureihe und die 45 Sport auf den Markt brachte.
Technische Daten
- Länge
- 17.6 m
- Breite
- 4.8 m
- Personenzahl
- 12
- Motorleistung
- 800 kW
- Höchstgeschwindigkeit
- 32 Knoten
Antriebsvarianten
AMPROS
- Motoren
- 2x
- Leistung
- 800 kW
- Höchstgeschwindigkeit
- 32 kn
- Reichweite
- 250 nm
- Preis
- € 4.000.000
AC-Laden mit 22 kW, DC-Schnellladen mit 150 kW. Der Diesel-Generator/Backup erhöht die Reichweite pro Ladung auf angegebene 250 sm und kann die Batterie in etwa einer Stunde von 20–80 % nachladen. Die Batteriekapazität selbst ist für dieses (2022 eingeführte) Modell nicht separat veröffentlicht.
Was Käufer wissen sollten
Zielgruppe und Einordnung
Die 57 Deep Silence steht am Anfang der Sialia-Geschichte: seit ihrer Vorstellung 2022 ist sie das Modell mit dem längsten Erfahrungsschatz der Werft, was man durchaus als Argument gegenüber den jüngeren, noch weniger erprobten Baureihen werten darf. Bei 17,6 Metern Länge, 19 Tonnen Gewicht und Zulassung nach CE-Kategorie B leisten die beiden 400-kW-Motoren zusammen genug für 18 Knoten im Marschtempo und 32 Knoten in der Spitze. Angesprochen fühlen dürfen sich Eigner, denen ein leistungsfähiger elektrischer Cruiser vorschwebt und für die die nahezu geräuschlose Fahrt kein nettes Extra, sondern der eigentliche Kern des Erlebnisses ist – ob nun auf einem österreichischen See oder draußen auf der Adria.
Wo Vorsicht angebracht ist
Die versprochenen 250 Seemeilen Reichweite hängen an einem Trick: einem parallel geschalteten Dieselaggregat, das als Generator und Notreserve fungiert. Technisch ist das clever gelöst, und die Werft verschweigt es auch nicht – doch wer genau hinschaut, erkennt darin faktisch eine Hybridlösung. Läuft der Generator, ist die Fahrt eben nicht mehr emissionsfrei. Auch bei der Ladeinfrastruktur, mit 22 kW an AC und 150 kW an DC solide ausgestattet, zeigt sich ein Wermutstropfen: Die 150 kW Gleichstromladung liegen unter den 350 kW, die das kleinere Schwestermodell 45 Sport bietet – obwohl die 57er das größere Boot ist.
Am kritischsten fällt der Blick auf den Preis aus: Ab 4 Millionen Euro verlangt die Werft eine Summe, die für 17,6 Meter Bootslänge beachtlich ist. Bezahlt wird hier vor allem die technische Meisterleistung des elektrischen Antriebs, nicht zusätzliches Volumen oder mehr Platz an Bord. Wer abwägen möchte, ob sich dieser Aufpreis lohnt, sollte zum Vergleich klassische Yachten heranziehen, die bei ähnlichem Budget deutlich mehr Meter Länge bieten.
Verfasst auf Grundlage der vom Hersteller veröffentlichten Daten und des Marktumfelds, nicht aufgrund eigener Probefahrten. Bestätigen Sie alle Angaben vor dem Kauf beim Hersteller.


